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Cannon stellt integrierte Plattform für Kreislaufführung von Verbundwerkstoffen auf der JEC World 2026 vor

Cannon präsentiert auf der JEC World 2026 die Kreislaufplattform POSSIBLE und das Werkzeugtemperiersystem NEXUS und ermöglicht damit Recycling von Verbundwerkstoffen und mehr Effizienz in der Fertigung.

Cannon stellt integrierte Plattform für Kreislaufführung von Verbundwerkstoffen auf der JEC World 2026 vor

Cannon hat auf der JEC World 2026 in Paris die Kreislaufplattform POSSIBLE für Polyurethan- und PU-Glasfaserverbundwerkstoffe vorgestellt. Ziel ist eine verbesserte Wiederverwendung von Ressourcen, die Ausrichtung auf Trends zwischen Duroplasten und Thermoplasten sowie die Antwort auf branchenweite Herausforderungen in Lieferketten und Fachkräftequalifizierung. Die POSSIBLE-Initiative - PrOduce SuStainabLE Industrial Bodies - verknüpft Recyclingprozesse mit hochentwickelten Fertigungssystemen und spiegelt den Ruf der Branche nach Materialstandardisierung und Materialklassen-übergreifender Anpassungsfähigkeit wider.

Hintergrund

Der Verbundwerkstoffsektor steht unter wachsendem Druck, zirkuläre Produktionsmodelle einzuführen und Prozesse für Duroplaste und Thermoplaste zu harmonisieren. Während duroplastische Verbundwerkstoffe weiterhin in Hochleistungsanwendungen wie der Automobil- und Luftfahrtindustrie vorherrschen, sind ihre begrenzte Rezyklierbarkeit und längere Prozesszeiten klare Nachteile. Thermoplastische Verbundwerkstoffe werden im Vergleich dazu wegen ihrer guten Wiederverwertbarkeit, Formgebungsflexibilität und Erfüllung von Nachhaltigkeitsanforderungen bevorzugt. Diese Entwicklungen treiben das Wachstum integrierter Systeme voran, die verschiedene Materialarten unterstützen und Recycling direkt in die Fertigungsabläufe einbetten.

Details

In Zusammenarbeit mit MAP S.p.A. und der University of Bergamo entwickelt, demonstriert die POSSIBLE-Plattform von Cannon das mechanische Recycling von starren Polyurethan-(PU-)Schäumen sowie PU-glasfaserverstärkten Verbundwerkstoffen (GFK) in neue Verbundmatrixsysteme. Im Mittelpunkt stehen zwei Verfahren: Zum einen wird starrer PU-Produktionsabfall zu mikrometergroßen Pulvern (PU-A und PU-B) verarbeitet, die dem Polyolstrom mit bis zu 20 Gewichtsprozent des Polyols (entspricht etwa 5 Gewichtsprozent des Schaums) zugemischt werden. Zum anderen wird zerkleinertes PU/GFK-Granulat mithilfe der FPL 36 IW Interwet-LFI-Technologie eingebracht. Platten mit bis zu 40 Gewichtsprozent recycelter Granulate zeigten eine homogene Verteilung, und bei einer Pulverzugabe von 3 % stieg die Wärmeleitfähigkeit lediglich um 4 %, sodass die Dämmleistung erhalten blieb.

Darüber hinaus präsentiert Cannon das intelligente Werkzeugtemperiersystem NEXUS. NEXUS integriert Verbundwerkstoffe als lokal wirkende Heizelemente im Werkzeug und ermöglicht dadurch zonengesteuerte Temperaturführung, Energieeinsparungen von über 70 %, deutlich verkürzte Aufheizzeiten (von rund einer Stunde auf acht Minuten) sowie optimierte Prozesse für RIM- und duroplastische Anwendungen.

Die Plattform erstreckt sich auch auf Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung und umfasst Thermokompressionsanlagen, Vakuumprozesse und Harzinjektionstechnologien für die Herstellung von Verbundwerkstoffen auf Basis sowohl thermoplastischer als auch duroplastischer Systeme. Hochtonnagen-Kurzhubpressen mit kompakter Bauweise, entwickelt gemeinsam mit Taylor Engineering & Plastics, tragen Platzbeschränkungen Rechnung und unterstützen zugleich ein breites Spektrum an Materialsystemen.

Ausblick

Cannon geht davon aus, dass diese integrierten Lösungen den Wechsel zwischen unterschiedlichen Materialsystemen erleichtern, zirkuläre Lieferketten vorantreiben und die Branche auf künftige regulatorische Anforderungen vorbereiten werden. Für das weitere Wachstum skalierbarer Anwendungen werden Qualifizierungsinitiativen und der Aufbau von Fachkompetenz im Recycling von Verbundwerkstoffen sowie in der Verarbeitung hybrider Materialsysteme entscheidend sein.