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USA schlägt bundesweite Vorgabe für Rezyklatanteil in Kunststoffteilen von Pkw vor

Die USA schlagen eine bundesweite Regel vor, die einen verpflichtenden Rezyklatanteil in Kunststoffkomponenten von Personenkraftwagen vorschreibt, um den Einsatz von Neumaterial zu senken und das Recycling zu stärken.

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USA schlägt bundesweite Vorgabe für Rezyklatanteil in Kunststoffteilen von Pkw vor

Die US-Regierung hat eine bundesweite Beschaffungsregel vorgeschlagen, die einen verpflichtenden Rezyklatanteil in neuen Komponenten von Personenkraftwagen vorschreibt - darunter Innenverkleidungen, Motorraumteile und Batteriegehäuse. Die Regel, deren Umsetzung für 2026 angekündigt ist, soll die Abhängigkeit von Neumaterialien auf Erdölbasis verringern und die inländische Recyclingkapazität stärken. Automobilhersteller und Zulieferer der Stufe Tier-1 würden neuen Anforderungen an Versorgung, Rückverfolgbarkeit und Leistungsfähigkeit unterliegen, um die Anforderungen an die Automobilqualität zu erfüllen.

Hintergrund

Die vorgeschlagene Regel unterstützt die bundesweiten Ziele für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft und weitet den Fokus der umfassenden Beschaffungsleitlinien der Umweltschutzbehörde EPA über wiederaufbereitete Teile und Materialien wie Reifen und Kühlmittel hinaus aus. Die bestehenden Leitlinien empfehlen bereits, dass die Fahrzeugflotten des Bundes instandgesetzte Fahrzeugteile und aufbereitete Motorkühlmittel beschaffen. Mit der neuen Regel würde erstmals eine bundesweite Vorgabe eingeführt, die sich ausdrücklich auf den Rezyklatanteil von Kunststoffen in Fahrzeugkomponenten bezieht.

Internationale Vorbilder fließen in diesen Schritt ein: Die Europäische Union hat kürzlich vorgeschrieben, dass neue Fahrzeuge innerhalb von 15% sechs Jahren mindestens 15 % recycelten Kunststoff enthalten müssen und innerhalb von 25% zehn Jahren mindestens 25 %, wobei mindestens 20 % dieses Anteils aus einem geschlossenen Recyclingkreislauf für Kunststoffe aus Altfahrzeugen stammen müssen.

Details

Der US-Vorschlag verlangt, dass Komponenten von Personenkraftwagen wie Verkleidungsteile, Batteriegehäuse und Motorraumteile einen festgelegten Mindestanteil an recyceltem Kunststoff nach Gewicht enthalten. Branchenanalysten gehen davon aus, dass dies Investitionen in die Recyclinginfrastruktur in den USA, in die Rückgewinnung von Kunststoffen aus Haushaltsabfällen und industriellen Reststoffen sowie in den Aufbau rückverfolgbarer Lieferketten antreiben wird, die den automobilen Spezifikationen entsprechen. Zulieferer dürften verstärkt auf Zertifizierungen für Rezyklatanteile, biobasierte Materialien und geschlossene Stoffkreisläufe setzen, um die Einhaltung der Regulierung nachzuweisen und sich im Markt zu differenzieren.

Erstausrüster (OEM) und Tier-1-Zulieferer werden Kosten aufwenden müssen, um den Zugang zu recycelten Kunststoffen in Automobilqualität zu sichern. Diese Anstrengungen können Investitionen in Prüf- und Validierungsverfahren umfassen, um Leistungsfähigkeit und Sicherheit auf dem gleichen Niveau wie bei Neumaterialien zu bestätigen. Beobachter der Branche erwarten eine Umstellung der Beschaffung sowie mögliche Auswirkungen auf die Preisgestaltung, da in den Lieferketten neue Materialquellen integriert werden.

Ausblick

Die Regel befindet sich im Stadium des Entwurfs; eine öffentliche Konsultation und die Abstimmung zwischen den Bundesbehörden sind vorgesehen, bevor sie endgültig verabschiedet wird. Es wird mit einer gestaffelten Einführung gerechnet - ähnlich wie in der EU -, die der Industrie mehrere Jahre für die Umstellung einräumt. Die Regulierung dürfte den Ausbau regionaler Recyclingkapazitäten vorantreiben und die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten für Kunststoffe in der Automobilindustrie stärken.